Die Schutzwürdigkeit des Landschaftsschutzgebietes beruht auf der artenreichen Tier- und Pflanzenwelt, der Bedeutung für die Erholungsnutzung und der Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Landschaftsbildes.
Das Landschaftsschutzgebiet „Wesergebirge im Bereich des Landkreises Schaumburg“ umfasst die im Landkreis Schaumburg gelegenen Teile der Wesergebirgskette sowie die südlich und nördlich angrenzenden Hangbereiche. Es ist der naturräumlichen Region des Weser- und Leineberglandes zugeordnet und hat dort Anteile an der naturräumlichen Einheit Kalenberger Bergland, Untereinheiten Wesergebirge und Langenfelder Hochflächen sowie an der naturräumlichen Einheit Rinteln-Hamelner Weserland, Untereinheit Steinberger Lößhang. Das Wesergebirge stellt einen langgezogenen Gebirgszug in Ost-West-Streichrichtung dar. Er besteht im wesentlichen aus zwei Schichtstufen des Jura: Einer südlich gelegenen, niedrigeren Vorkette aus einzelnen Sandsteinkuppen des braunen Jura und einer Steilstufe der eigentlichen Weserkette aus Korallenoolithschichten des Oberen Jura, die im Bereich der Paschenburg eine Höhe von 336 m über NN erreicht. Nach Norden fällt das Gebirge, dem flacheren Einfallen der Gesteinsschichten folgend, allmählich ins Auetal ab. Im Laufe der Bodenbildungsprozesse haben sich in Abhängigkeit von Ausgangsgestein und Geländeneigung im Bereich des Hauptkammes und auf der Nordseite Rendzinen und Braunerden, auf besonders tonigem Ausgangsgesteinen auch Rendzina-Pelosole und Pelosol-Braunerde, auf lößbedeckten Geschiebemergeln in den unteren Lagen Parabraunerden gebildet, welche teilweise pseudovergleyt sind. Der Kamm des Wesergebirges und große Teile der Nord- und Südhänge sind nahezu vollständig bewaldet. Hier kommen vor allem naturnahe Laubwälder vor, wobei es sich in Abhängigkeit von den natürlichen Standortfaktoren im Bereich der Hauptkette hauptsächlich um mesophile Buchenwälder basenarmer und basenreicher Standorte, im Bereich der Vorkette um bodensaure Buchenwälder handelt. Nadelwälder, welche vorwiegend aus Fichten, auf der Nordabdachung des Wesergebirges auch aus Lärchen bestehen, nehmen hingegen nur kleinere Teilflächen ein. Bedeutsam ist das Vorkommen von kleinflächigen Seggen-Hangbuchenwäldern, die im Bereich trockenwarmer Standorte der Südseite des Wesergebirgs-Hauptkammes anzutreffen sind sowie das Vorkommen eines etwa einen Hektar großen Ahorn-Eschen-Schluchtwaldes im Kammbereich des Wesergebirges südlich der Paschenburg. Dieser stellt das nordwestlichste Vorkommen dieses Biotoptyps in Deutschland dar. Eine weitere Besonderheit des Gebietes sind mehrere Felsklippen auf der Kammlinie des Wesergebirgs-Hauptkammes. Das Gebiet zeichnet sich darüber hinaus durch das Vorhandensein zahlreicher historischer Kulturlandschaftselemente aus. So finden sich relikthafte Vorkommen von Niederwald im Bereich der Klippen des Wesergebirges sowie am Heutzeberg bei Schaumburg. Hudewaldrelikte sind auf dem Rücken und Hang des Schwalenberges bei Raden sowie im „Katzengrund“ nördlich der Domäne Koverden zu finden. Weitere Besonderheiten des Gebietes sind einige kulturhistorische Objekte. Hierzu zählen neben historischen Gebäuden wie der Schaumburg und der Paschenburg auch eine Reihe von archäologischen Denkmalen wie der Hünenburg bei Todenmann, oder der Osterburg bei Deckbergen. An einigen Stellen (Messingsberg, Westendorfer Egge, Möncheberg) wurde bzw. wird das anstehende Kalkgestein in großflächigen Steinbrüchen abgebaut. Die Steinbrüche liegen dabei allesamt nördlich des Hauptkammes. Die Südhänge des Wesergebirges sind gekennzeichnet durch ein mäßig steil nach Süden geneigtes Relief, welches durch zahlreiche Taleinschnitte gegliedert wird, in denen meist kleinere Bäche fließen. Die Nutzung stellt sich als ein Mosaik aus Acker- und Grünlandflächen dar, die von mehreren Siedlungsbereichen zerteilt werden. Grünlandflächen kommen dabei hauptsächlich in den oberen, dem Wald unmittelbar vorgelagerten Bereichen vor. Sie weisen oftmals einen reichen Obstbaum- und Heckenbestand auf und sind daher recht strukturreich. Ackerflächen sind tendenziell eher auf den unteren, flacher geneigten Hangbereichen zu finden. Sie sind teilweise recht großflächig und ausgeräumt, teilweise finden sich jedoch, v.a. an Wirtschaftswegen, Geländekanten und Gewässerläufen, Hecken und Gehölzstreifen, die auch diese Flächen gliedern. Auf der Nordseite des Wesergebirges weist das allmählich nach Norden hin abfallende Gelände ein welliges, teilweise recht bewegtes Relief auf. Hier haben sich die Oberläufe einiger kleiner Bäche tief in den Untergrund eingeschnitten. Das Gebiet wird charakterisiert durch eine Mischung von mehreren kleineren Waldbereichen, Grünlandkomplexe und größeren Ackergebieten. Insbesondere die Grünlandbereiche weisen durch ein dichtes Netz von Gehölzstrukturen eine gute landschaftliche Gliederung auf. Mehrere Siedlungen und Gutshöfe mit zum Teil umgebenden Obstwiesen prägen das Landschaftsbild. Eine besondere Bedeutung weisen einige Kalkäcker im Bereich der Langenfelder Hochfläche auf, die sich durch das Vorkommen einer hervorragend ausgebildeten Segetalflora auszeichnen. Die Kette des Wesergebirges und die angrenzenden Hangbereiche weisen eine hohe Bedeutung für die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes auf und stellen sich als ein Gebiet von herausragender landschaftlicher Schönheit dar. Einen besonders hohen Wert für das Landschaftsbild und das Landschaftserleben haben dabei die naturnahen Laubwaldbereiche des Wesergebirges, die Klippen im Bereich des Hauptkammes, die Kerbtäler sowie die strukturreichen Offenlandflächen der nördlichen und südlichen Hangbereiche, die sich durch ihre vielfältige Reliefstruktur, ihren Gehölzbestand und die damit verbundene Kleinteiligkeit und die sich immer wieder auftuenden Fernblicke ins Wesertal bzw. ins Auetal auszeichnen. Auch die zahlreichen Vorkommen historischer Kulturlandschaftselemente und die kulturhistorischen Denkmale tragen zur Attraktivität des Gebietes bei. Für die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, für das Klima und die Luftqualität sind ebenfalls die Felsklippen und die naturnahen Laubwälder von hohem Wert, wobei hier den Waldbereichen auf Extremstandorten (Wälder trocken warmer Standorte, Schluchtwald) eine besondere Bedeutung zukommt. Weiterhin sind die strukturreichen Grünlandbereiche sowie die wildkrautreichen Kalkäcker der Langenfelder Hochfläche als wichtige Gebiete mit hohem Wert für die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes zu nennen.
| Ort | Deutschland - Niedersachsen - Schaumburg |
| Webseite | https://www.schaumburg.de/Kreisverwaltung/Organigramm/Amt-f%C3%BCr-Naturschutz/index.php?object=tx,3020.31165.1&NavID=3020.51 |
| Fläche | 32,41km² |
| Gründungsjahr | 1980 |
| IUCN Kategorie | V |
| DtP ID | 5cf83280-2510-4225-bb8f-dd2451a4720c |
| Name und Abteilung |
Landkreis Schaumburg
Untere Naturschutzbehörde |
| Webseite | https://www.schaumburg.de/ |
| Anschrift |
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Jahnstraße 20
31655 Stadthagen Deutschland |