Die Schutzwürdigkeit des Landschaftsschutzgebietes beruht auf der artenreichen Tier- und Pflanzenwelt, der Bedeutung für die Erholungsnutzung und der Vielfalt, Eigenart und Schönheit des Landschaftsbildes.
Das LSG „Schaumburger Wald“ liegt in der naturräumlichen Region des Weser-Aller-Flachlandes und wird dort der naturräumlichen Haupteinheit „Loccumer Geest“ und der Untereinheit „Wiedensahler Lehmplatten“ zugeordnet. Es umfasst die Waldbereiche des Schaumburger Waldes, der sich als breites Band in Südwest-Nordost-Ausrichtung im Nordwesten des Landkreises Schaumburg erstreckt sowie die dem Schaumburger Wald vorgelagerten Offenlandbereiche. Das Gebiet ist charakterisiert durch ein flachwelliges Relief mit Höhen von überwiegend 50 bis 60, maximal 75 m über NN. Der geologische Untergrund besteht aus saaleeiszeitlichen Geschiebelehmen, die zum Teil von darunter liegenden kreidezeitlichen Tonsteinen durchragt werden. Nach Süden hin werden sie von einer geringmächtigen Sandlößdecke der Weichsel-Kaltzeit überlagert, welche bereits den standörtlichen Übergang zur Bördenregion anzeigt. Durch die wasserstauende Wirkung der Geschiebelehme und Tonschichten haben sich im gesamten Gebiet großflächig staunasse Böden (Pseudogleye) entwickelt, die in Bereichen mit sehr stark tonigem Untergrund als Pelosol-Pseudogleye anzusprechen sind. In Bachniederungen sind auf fluviatilen Sedimenten stark grundwasserbeeinflusste Gleye entstanden, kleinflächig kommen auch Torfauflagen und Niedermoorstandorte vor. Durch diese standörtlichen Gegebenheiten ist der größte Teil des Gebietes seit alters her bewaldet, lediglich die weniger vernässten Randbereiche konnten, je nach Grad der Vernässung, als Acker oder Grünland kultiviert werden. Die Waldbereiche des Schaumburger Waldes werden überwiegend von mehr oder weniger naturnahen Laubwaldbeständen geprägt, während naturferne Laub- und Nadelholzaufforstungen, insbesondere aus Fichten und Pappeln, vergleichsweise geringe Flächenanteile einnehmen. Die Eichenwälder, welche zumeist auf den staunassen Böden stocken und bei denen es sich überwiegend um Eichen-Hainbuchenwälder verschiedener Ausprägung mit Übergängen zu bodensauren bzw. mesophilen Buchenwäldern handelt, sind durch die Forstwirtschaft entstanden und nehmen heute Flächenanteile ein, die ohne menschliche Einflüsse von anderen Waldgesellschaften, insbesondere Buchenwäldern, bestockt würden. Einen besonderen Wert weisen dabei zahlreiche Altbestände mit zum Teil hohem Totholzanteilauf, die den Schaumburger Wald zu einem der wichtigsten Vorkommen naturnaher Laubwälder im niedersächsischen Tiefland machen. Daran gebunden sind bedeutende Vorkommen seltener Fledermaus- und Spechtarten. Auch bietet der hohe Anteil an Altbeständen Brutmöglichkeiten für seltene Großvogelarten. Der Schaumburger Wald wird von einem teilweise noch naturnah ausgeprägten System kleiner Fließgewässer durchzogen. Am Rande dieser Fließgewässer, wie auch in feuchten Senken, stocken stellenweise kleinflächige Feuchtwälder. Darüber hinaus ist innerhalb des Waldgebietes eine Reihe von naturnahen Stillgewässern anzutreffen, bei denen es sich im Wesentlichen um alte und z.T. heute wieder verlandete Fischteiche handelt. Hier konnten sich teilweise Bruch- bzw. Sumpfwälder entwickeln, die durch einen hohen Grundwasserstand und längeranhaltende Überstauung im Winterhalbjahr gekennzeichnet sind. Von besonderer Bedeutung sind die an verschiedenen Stellen anzutreffenden Waldwiesenkomplexe. Hier sind zahlreiche typische Pflanzengesellschaften in ihrer charakteristischen Artenkombination in großen Flächenanteilen vorzufinden und in Abhängigkeit von den standörtlichen Gegebenheiten miteinander verzahnt. Es handelt sich v.a. um mäßig nährstoffreiches feuchtes bis nasses Grünland (mit Tendenzen zu mageren Pfeifengraswiesen). Weitere Besonderheiten des Schaumburger Waldes sind eine Reihe historischer Kulturlandschaftselemente. So sind an verschiedenen Stellen Nieder- und Hudewaldrelikte, Schneitelbäume sowie Relikte von Wölbäckern anzutreffen. Darüber hinaus finden sich einige kulturhistorisch bedeutsame Elemente, wie z.B. das Jagdschloss Baum, zwei Mausoleen, die Schaumburger Landwehr und mehrere alte Alleen. In den an den Wald angrenzenden Offenlandbereichen ist die Nutzung abhängig von den stand- örtlichen Gegebenheiten. Werden trockenere Lagen fast durchweg ackerbaulich genutzt, so herrscht auf feuchteren Flächen Grünlandnutzung vor. Hier haben sich vielerorts Gehölzstrukturen wie Einzelbäume, Hecken und Feldgehölze erhalten können. Diese Bereiche weisen, nicht zuletzt durch die Waldrandsituation des Schaumburger Waldes, einen hohen landschaftlichen Reiz und eine besondere Wertigkeit für den Naturhaushalt auf. Insgesamt zeichnet sich der Schaumburger Wald durch eine im vergangenen Jahrhundert wenig veränderte Nutzung aus und hat sich daher in besonderer Art und Weise die Eigenart eines Waldgebietes im Randbereich von der Geest zur Börde erhalten können. Mit einem hohen Anteil an naturnahen Laubwäldern, blütenreichen Waldwiesen und historischen Nieder-, Mittel- und Hudewaldresten sowie mit zahlreichen Kleingewässern, Bächen und Gräben sowie den angrenzenden Waldrandbereichen als Kulissenräumen, weist der Schaumburger Wald eine besondere Qualität hinsichtlich des Landschaftsbildes auf und besitzt somit auch eine hohe Bedeutung für das Naturerleben. Aufgrund seines weitläufigen Wegenetzes eignet er sich sehr gut für eine ruhige Erholung. Darüber hinaus kommt dem Schaumburger Wald durch seine standörtlichen Besonderheiten, seine Altholzbestände, die strukturreichen Waldwiesenkomplexe und Waldrandbereiche sowie die zahlreichen Gewässer, eine hohe Bedeutung für die Leistungsfähigkeit des Naturhaushalts zu.
| Ort | Deutschland - Niedersachsen - Schaumburg |
| Webseite | https://www.schaumburg.de/Kreisverwaltung/Organigramm/Amt-f%C3%BCr-Naturschutz/index.php?object=tx,3020.31165.1&NavID=3020.51 |
| Fläche | 53,13km² |
| Gründungsjahr | 1980 |
| IUCN Kategorie | V |
| DtP ID | e531e14d-deda-4823-b716-d3b7ea2df808 |
| Name und Abteilung |
Landkreis Schaumburg
Untere Naturschutzbehörde |
| Webseite | https://www.schaumburg.de/ |
| Anschrift |
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Jahnstraße 20
31655 Stadthagen Deutschland |