Ein Naturschutzgebiet ist die stärkste großräumige Schutzkategorie. In Deutschland basiert es auf Bundes- und in Österreich auf Landesrecht. Die verbindenden Ziele sind der Erhalt einer ursprünglichen Landschaft, Schutz von seltenen, gefährdeten oder charakteristischen Tieren und Pflanzen und die Bewahrung von Räumen mit besonderem wissenschaftlich-ökologischem Interesse.
Das Naturschutzgebiet liegt in der naturräumlichen Region des Weser- und Leineberglandes am Rande des Wesertals im westlichen Bereich der Ortschaft Möllenbeck. Es handelt sich um einen Teil der sogenannten Kames von Krankenhagen-Möllenbeck. Kames sind glaziale Aufschüttungen in Form kuppiger Hügel aus geschichteten Sanden und Kiesen, die zum Ende der Drenthe-Vereisung (Saale-Kaltzeit) von Schmelzwasserflüssen zwischen Resten zerfallender Toteis-Massen aufgeschüttet wurden. Bei "normalen" Endmoränen werden vor dem Eisrand durch die Schmelzwässer Sande und Kiese abgelagert. Das Wasser kann frei ablaufen; die abgelagerten Sedimente zeigen ein Einfallen der Schichten vom Eisrand weg. Das abgelagerte Material besteht aus Komponenten, die mit dem Gletscher transportiert wurden. Bei der Kames ist die Entstehung anders: Die Schmelzwässer können nicht frei vom Eisrand weg abfließen, da durch einen korrespondierenden Eisrand oder andere morphologische Hindernisse ein Staueffekt entsteht. Die abgelagerten Sedimente bestehen aus höhenparallel angeordneten Kies- und Sandlagen, die intern schräg geschichtet sind. Oft stellen Teile der Sedimente in Kames keine Ausschmelzprodukte des Eises dar, sondern werden von Flüssen an den Eisrand und zwischen die einzelnen Eisblöcke transportiert. Dabei kommt es regelmäßig zur Einlagerung großer Eisblöcke in diese Sedimente. Dieses sogenannte "Toteis" schmilzt sehr viel später ab, die entstehenden Hohlräume stürzen ein, die für die Kames-Körper charakteristische kuppige Oberflächenform entsteht. Das Naturschutzgebiet umfasst den größten Teil einer derartigen Kuppe. Sie erhebt sich als prägendes Landschaftselement des Westrandes von Möllenbeck rund 30 Meter über das Höhenniveau der südlichen Umgebung auf eine maximale Höhe von 113 m ü.NN, um dann nach Norden hin wieder auf etwa 100 m ü.NN abzufallen. Der Mühlenberg be-steht aus Kiesen und Sanden der Saale-Eiszeit. Aus ihnen haben sich sandige Braunerden mit überwiegend geringer bis mittlerer Entwicklungstiefe und geringen Wertzahlen gebildet. Dementsprechend sind Birken-Eichenwälder und nährstoffarme Buchenwälder als potenzielle natürliche Vegetation zu definieren. Rund die Hälfte der Kuppe, insbesondere die südöstlichen Hanglagen sind jedoch durch Schafbeweidung und sonstige Grünlandnutzung waldfrei bzw. parkartig aufgelichtet. In diesen Bereichen haben sich Sand-Magerrasen und deren Übergänge zu mesophilem Grünland herausgebildet. Teilweise sind diese Grünlandgesellschaften durch nachlassende oder ausbleibende Nutzung mit halbruderalen Gras- und Staudenfluren, Laubgebüschen und Pionierwaldstadien eng verzahnt. Die übrigen, mehr oder weniger dicht bewaldeten Kuppenbereiche weisen lückige Eichen-Birkenwälder unterschiedlicher Altersstruktur sowie vereinzelte dichtere Birkenpflanzungen auf. Die Sand-Magerrasen des Mühlenberges gehören zu den am weitesten südlich gelegenen in Norddeutschland. Ihnen kommt somit eine überregionale Bedeutung zu.
| Ort | Deutschland - Niedersachsen - Schaumburg |
| Webseite | https://www.schaumburg.de/Kreisverwaltung/Organigramm/Amt-f%C3%BCr-Naturschutz/index.php?object=tx,3020.32975.1&NavID=3020.51 |
| Fläche | 4,61ha |
| Gründungsjahr | 2007 |
| IUCN Kategorie | IV |
| DtP ID | ecdddbb1-43fb-46b1-9bdc-539d8dc6adcc |
| Name und Abteilung |
Landkreis Schaumburg
Untere Naturschutzbehörde |
| Webseite | https://www.schaumburg.de/ |
| Anschrift |
Adresse anzeigen Adresse ausblenden
Jahnstraße 20
31655 Stadthagen Deutschland |