Ein Naturschutzgebiet ist die stärkste großräumige Schutzkategorie. In Deutschland basiert es auf Bundes- und in Österreich auf Landesrecht. Die verbindenden Ziele sind der Erhalt einer ursprünglichen Landschaft, Schutz von seltenen, gefährdeten oder charakteristischen Tieren und Pflanzen und die Bewahrung von Räumen mit besonderem wissenschaftlich-ökologischem Interesse.
Das Naturschutzgebiet "Meerbruchswiesen" stellt eine weiträumige Feuchtniederung westlich des Steinhuder Meeres dar. Die Niedermoorböden der Meerbruchswiesen entstanden durch einen seit der Eiszeit von West nach Ost ablaufenden Verlandungsprozess des großen Flachsees. Seit der Rodung der Erlenbruchwälder wurde die Feuchtniederung als Grünland genutzt. Die winterlichen Hochwässer des Steinhuder Meeres führten bis zum Bau eines Dammes regelmäßig zu flachen Überflutungen des Niedermoores. Erst großflächige Entwässerungsmaßnahmen in den 50er Jahren ermöglichten eine intensive landwirtschaftliche Nutzung und führten zur weitgehenden Vernichtung der ehemaligen feuchtwiesentypischen Pflanzen- und Tierwelt. So verschwanden die ausgedehnten Wassergreiskrautwiesen fast vollständig und auch die niederungstypische Vogelwelt verarmt seitdem. Weiterhin führte die Entwässerung der Grünlandflächen zu starken Bodensenkungen von durchschnittlich etwa einem halben Meter. Die offene Kulturlandschaft des Naturschutzgebietes "Meerbruchswiesen" wird heute wesentlich von Frisch-, Feucht- und Nassgrünland unterschiedlicher Nutzungsintensität geprägt. Vor allem in den meernahen Bereichen sind ungenutzte Stauden- und Gehölzbestände eingestreut. Sie geben zusammen mit Bächen, Gräben, Grüppen, Seggenriedern und Röhrichten, Einzelbäumen und Weidenhecken einer Vielzahl seltener Pflanzen- und Tierarten Lebensraum und schaffen ein abwechslungsreiches Landschaftsbild. Hierbei ist der geschwungene Verlauf des Meerbachs als dem einzigen naturnahen Fließgewässer besonders hervorzuheben. Insbesondere als Brut- und Rastgebiet für zahlreiche gefährdete Vogelarten haben die Meerbruchswiesen eine sehr hohe Bedeutung. Als westlicher Bereich der Steinhuder Meer Niederung sind sie Bestandteil des großräumigen Feuchtgebietes internationaler Bedeutung gemäß der Ramsar-Konvention. Über die einzelnen Tier- und Pflanzenarten hinaus sind auch deren Lebensgemeinschaften sowie sämtliche natürlichen oder naturnahen Prozesse und Wechselbeziehungen schützenswerter Bestandteil des Naturschutzgebietes. Die Meerbruchswiesen besitzen für die Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes der gesamten Niederung des Steinhuder Meeres sowie für Wissenschaft, Natur- und Heimatkunde einen besonderen Stellenwert.
| Ort | Deutschland - Niedersachsen - Nienburg (Weser), Region Hannover, Schaumburg |
| Webseite | https://www.schaumburg.de/Kreisverwaltung/Organigramm/Amt-f%C3%BCr-Naturschutz/index.php?object=tx,3020.32975.1&NavID=3020.51 |
| Fläche | 10,04km² |
| IUCN Kategorie | IV |
| DtP ID | 432dd89c-e483-44d4-9611-104a68ab68f6 |
| Name und Abteilung |
Landkreis Schaumburg
Untere Naturschutzbehörde |
| Webseite | https://www.schaumburg.de/ |
| Anschrift |
Adresse anzeigen Adresse ausblenden
Jahnstraße 20
31655 Stadthagen Deutschland |