Ein Naturschutzgebiet ist die stärkste großräumige Schutzkategorie. In Deutschland basiert es auf Bundes- und in Österreich auf Landesrecht. Die verbindenden Ziele sind der Erhalt einer ursprünglichen Landschaft, Schutz von seltenen, gefährdeten oder charakteristischen Tieren und Pflanzen und die Bewahrung von Räumen mit besonderem wissenschaftlich-ökologischem Interesse.
Das Naturschutzgebiet „Auenlandschaft Hohenrode“ umfasst einen rund 127 ha großen Bereich in einer Weserschleife nördlich von Hohenrode bestehend aus Kiesteichen mit deren Ufer- und Randbereichen. Es handelt sich um ehemalige landwirtschaftliche Nutzflächen, die im Rahmen der Kiesgewinnung entstanden sind. Die in der Genehmigung festgeschriebene Folgenutzung sieht vor, das Gebiet im Sinne des Naturschutzes herzurichten. Das Gebiet ist in seinen bereits erfolgten Herrichtungsabschnitten auentypisch oder auenähnlich strukturiert. Es umfasst ein reichhaltiges Mosaik an charakteristischen Bestandteilen der Weseraue wie Flutmulden, altwasserähnliche Kiesseen, Sumpf, Flachwasserzonen, temporäre Stillgewässer, annähernd hochwasserfreie Inseln sowie standorttypische Vegetationsbestände der Weich- und Hartholzaue, die sich im Zuge der hydrologischen Dynamik naturnah entwickeln konnten und durch die natürliche Sukzession weiterentwickeln werden. Die Ufer der Weser und der Seen verfügen darüber hinaus über Strukturelemente wie Steilufer, Kies- und Sandbänke und Pionierstandorte auf Rohböden. Das Gebiet unterliegt kurzfristigen wie auch mittelfristigen Wasserstandschwankungen, die eng mit der Weser und dem Grundwasser korrelieren. Die Dynamik des Hochwassergeschehens kann sich ungehindert entfalten; ab einem mehrjährigen Hochwasser kommt es zu ausgedehnten Überflutungen, die örtlich länger anhalten können. Die Überschwemmungen bewirken dynamische Prozesse, die insbesondere an den Gewässern und Flutmulden wiederkehrend morphologische Veränderungen, Verjüngungsprozesse und Sukzessionsschübe verursachen. Dabei bleibt das Gesamtspektrum unterschiedlicher Biotoptypen erhalten. Es unterliegt jedoch unregelmäßigen Schwankungen in der räumlichen Verteilung. Die Lage im Überschwemmungsgebiet der Weser, seine Strukturvielfalt und unterschiedlichen Entwicklungsstadien geben dem Gebiet eine besondere Bedeutung als Lebensraum für eine Vielzahl schutzwürdiger und störanfälliger Arten- und Lebensgemeinschaf-ten wild wachsender Pflanzen und wild lebender Tiere sowohl im aquatischen wie im terrestrischen Bereich. Die engere Verzahnung von Gewässer- und Landbiotopen bietet Lebensräume für individuenstarke Amphibien- und Reptilienpopulationen u. a. mit charakteristischen Arten des Auenbereichs. Eine gute Wasserqualität sowie vielfältige Strukturen ermöglichen individuen- und artenreiche Vorkommen von wirbellosen Organismen wie z.B. Muscheln und diversen Libellenarten. Das Schutzgebiet ist für die Förderung einer Gewässerbiozönose mit auentypischen und auenähnlichen Standortbedingungen hinsichtlich seiner Struktur und Prozessdynamik prädestiniert. Der Populationsaufbau der Fischfauna wird ausschließlich auf natürlichem Wege im Austausch mit der Weser beeinflusst. Aufgrund der weitestgehend beruhigten Lage innerhalb eines Weserbogens weist das Gebiet eine besondere Eignung als Brut-, Rast- und Nahrungsgebiet für die Avifauna – insbesondere auch für störungsempfindliche Arten - auf.
| Ort | Deutschland - Niedersachsen - Schaumburg |
| Webseite | https://www.schaumburg.de/Kreisverwaltung/Organigramm/Amt-f%C3%BCr-Naturschutz/index.php?object=tx,3020.32975.1&NavID=3020.51 |
| Fläche | 1,28km² |
| IUCN Kategorie | IV |
| DtP ID | 851a35d2-14e2-4807-8b5e-04096986f957 |
| Name und Abteilung |
Landkreis Schaumburg
Untere Naturschutzbehörde |
| Webseite | https://www.schaumburg.de/ |
| Anschrift |
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Jahnstraße 20
31655 Stadthagen Deutschland |